Aufforstungsprojekt des NABU in Ruanda
Zur Kompensation bestimmter ermittelter Emissionen unterstützt TeeGschwendner ein Aufforstungsprojekt des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) in Ruanda - das „Habitat Restoration and Protection“ Projekt, das der NABU International gemeinsam mit der Rwanda Wildlife Conservation Association und der Schlegel Foundation umgesetzt hat.
Die RWCA ist eine ruandische Naturschutzorganisation, gegründet von Dr. Olivier Nsengimana, die auf „home-grown solutions“ setzt – also auf einheimisches Wissen und lokale Verantwortung. Ihr Ansatz verbindet ökologische Wiederherstellung mit sozialer Stärkung.
Im Rugezi-Sumpfgebiet wurden insgesamt 20.000 einheimische Bäume gepflanzt. Durch die Maßnahmen werden der wichtige Lebensraum im Feuchtgebiet geschützt und die Biodiversität gesichert. In das Aufforstungsprojekt wurde auch die Bevölkerung direkt mit einbezogen, um diese für die Bedeutung des Landschaftsschutzes und der daraus resultierenden Vorteile zu sensibilisieren.
Die Wiederbewaldung der Inseln und Abhänge rund um die Rugezi Marsh, dem bedeutendsten tropischen Moor in Ruanda, ist ein zentraler Baustein zum Schutz dieses Gebietes. Sie verhindert die weitere Eutrophierung des Moores und leistet einen wichtigen Beitrag zum Klima- und Naturschutz. Die Umsetzung des Projektes unter fachlicher Anleitung unseres Partners Rwanda Wildlife Conservation Association durch die Kommunen vor Ort schafft Arbeitsplätze und alternative Einkommensmöglichkeiten. Mit TeeGschwendner haben wir einen starken Partner aus der Wirtschaft an unserer Seite, der es uns ermöglicht, dieses herausragende Projekt zum Klima- und Naturschutz umsetzen.
Olaf Tschimpke, ehemaliger Präsident des NABU (von 2003-2019)
Bisherige Erfolge beim NABU-Aufforstungsprojekt
Das Rugezi-Feuchtgebiet ist ein bedeutender Lebensraum für bedrohte Vogelarten – darunter der Grauhals-Kronenkranich. Dank TeeGschwendner konnte das Renaturierungsprojekt dort sowie in der Eastern Province maßgeblich vorangebracht werden.
Im Osten Ruandas (Kayonza-Distrikt) wurden zwischen 2021 und 2025 auf 17,7 Hektar Land folgende Maßnahmen zur Renaturierung erfolgreich umgesetzt:
- 7.641 einheimische Bäume wurden gepflanzt und geschützt.
- Invasive Arten (z. B. Lantana camara) wurden entfernt, um Raum für natürliche Vegetation zu schaffen.
- 116 Gemeindemitglieder (davon 47 % Frauen) erhielten temporäre Beschäftigung – ein wichtiger Beitrag zur lokalen Einkommenssicherung.
- In Rugezi liegt die Überlebensrate der Setzlinge bei 88 %. Über 1.000 Bäume wurden aus Eigeninitiative nachgepflanzt.
- Aufbau von 8 Community Tree Champions, die sich dauerhaft um die Pflege kümmern.
Die RWCA verfolgte dabei einen wissenschaftlich fundierten, standortangepassten Ansatz. Die Pflanzdichte wurde der Savannenlandschaft angepasst, um ökologische Stabilität zu fördern. Aktuell werden 43 einheimische Baum- und Straucharten kultiviert – eine Maßnahme, die Biodiversität und Resilienz stärkt.
Ein besonderes Highlight war der Anstieg der Kranichzahlen beim nationalen Zensus im August 2024: 1.293 Grauhals-Kronenkraniche wurden landesweit gezählt – ein ermutigender Indikator für die Wirksamkeit der Maßnahmen.
Im Jahr 2025 erhielt der Gründer des RWCA, Dr. Olivier Nsengimana, den Whitley Gold Award for Nature
Conservation, was internationale Medienresonanz auslöste (BBC, Mongabay).
Monitoring und ökologische Wirkung
Die RWCA-Teams führen regelmäßige Feldbesuche durch, begleitet von Community
Conservation Champions, die die gepflanzten Bäume pflegen und deren Überleben
sichern.
Digitale Monitoringtools wie die Tree Tracker App werden schrittweise verbessert, um
künftig Daten zu Überlebensraten und Wachstumsfortschritt präziser zu erfassen.
Erfahre mehr über das Projekt in dieser wissenschaftlichen Studie: cambridge.org/rugezi-study
Ergebnisse Stand September 2024:
- Inseln und Flächen mit über 37.000 heimischen Bäumen bepflanzt und gepflegt
- Finanzielle Beteiligung und wirtschaftlicher Ausgleich für lokale Gemeinden
- Ausbildung von 5 „Champions“ für Messung und Dokumentation der Bäume
- Überlebensrate von 88% der Bäume
- Laufende Artenerfassungen zur Evaluierung des Naturschutzerfolgs
Ergebnisse Stand April 2024:
- In Miyove, Gicumbi-District, wurden 0,5 Hektar Land erworben, das Gebiet steht nun unter vollständigem Schutz und wird durch RWCA aufgeforstet.
- Es gab 2 große Pflanzaktionen, bei der 1.400 heimische Bäume gepflanzt wurden.
- 79 Gemeindemitgliedern konnte eine kurzfristige Anstellung gesichert werden, um bei der Aufforstung der Rugezi Marsh zu helfen.
- Erstmalig wurden wieder verwendbare Pflanztöpfe benutzt. Diese sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern erlauben den Setzlingen auch, bessere Wurzeln zu bilden. So wachsen die Jungpflanzen besser im Boden an.
- Das Gebiet wird von 3 ausgebildeten Gemeindemitgliedern, sogenannten Conservation Champions, überwacht und gepflegt.
- In der Eastern Province wurden insgesamt 25 Hektar Land erworben.
- Invasive Arten wurden entfernt und durch heimische Pflanzen ersetzt. Diese Aktivität wird noch bis Ende des Jahres vervollständigt werden.
- Die Baumschule wurde erneuert, mit einem verbesserten Wassersystem versehen und auch hier wurden wiederverwendbare Pflanztöpfe eingeführt.
- In 2023 konnten 23.000 Setzlinge von insgesamt 20 verschiedenen Sorten aufgezogen werden.
- Nebenbei entstehen ein Best Practice Handbuch sowie ein Monitoring-Leitfaden, um die Baumschule zu einer der besten im Land zu entwickeln.