Tee im Land der Morgenstille

Samsung, LG und Hyundai prägen unser Bild von Südkorea. „Pali, pali“– „Schnell, schnell“ ist das inoffizielle Motto dieses Landes, das wie kaum ein anderes Sinnbild des fleißigen Südostasien ist. Dass in Südkorea auch Tee angebaut wird, haben einige Connaisseure schon vor vielen Jahren gewusst. Für alle leicht und frei zugänglich sind diese Grünen Juwelen aber erst seit wenigen Jahren.

Südlich des Festlandes, etwa 450km von der Hauptstadt Seoul entfernt, liegt die Vulkaninsel Jeju-do (-do bedeutet sowohl Insel als auch Provinz im Koreanischen). Ebenfalls nur knapp 450km gen Osten liegt schon Kagoshima, auf japanischer Seite. Mitten auf der Insel gelegen, befindet sich mit knapp 1950m der höchste Berg Südkoreas, der Hallasan – nicht nur deswegen ist Jeju ein beliebtes Ziel für koreanische Touristen.

Die wunderschöne Insel gehört zwar schon seit 938 zu Korea, Tee wird hier aber erst seit Kurzem angebaut. Gerade einmal im Jahr 1979 begann Seo Seong-hwan mit dem Anlegen von Teegärten auf Jeju. Begeistert von den reichhaltigen Böden der Insel und der unberührten Fläche, ließ er Teestecklings aus Japan importieren und pflanzte sie auf der Südwestseite der Insel ein, dort wo das Land den geringsten Einfluss des Menschen aufwies. Das milde Klima mit einer durchschnittlichen Temperatur von 14°C, die jährliche Niederschlagsmenge von mehr als 1600mm und der leicht saure Boden Jejus erwiesen sich als ideale Rahmenbedingungen für den Teeanbau.

Innerhalb weniger Jahrzehnte brachte Seo Seong-hwan nicht nur japanische Pflanzen, sondern auch das Wissen um die typisch japanische Verarbeitung auf die Insel Jeju. So wird bis heute nach japanischem Vorbild gearbeitet: die Teeblätter werden nach der Ernte – anders als in China – gedämpft und nicht geröstet. So bleiben die wichtigen Aromen im Teeblatt erhalten und erzeugen den typischen grasig-intensiven Charakter, der dem eines japanischen Sencha ähnelt.

Ein Großteil der Insel steht bis heute unter Naturschutz (es leben mehr als 2100 Arten auf Jeju!), sodass die Auflagen für die Hersteller von Lebensmitteln extrem hoch sind. Der Einsatz von Pestiziden war seit jeher verboten, was ideale Voraussetzungen für den Bio-Anbau mit sich brachte. Eine erfolgreiche Zertifizierung im Jahre 2010 war daher eine logische Konsequenz des seit Anbeginn des Teeanbaus durchgesetzten Anbau-Konzeptes.

So entstanden insgesamt drei Teefelder, die heute das internationale Bild von koreanischem Tee prägen: Seogwang, Hannam und Dolsongo. Von diesen ist Seogwang das bekannteste und gleichzeitig das größte Teefeld Koreas!
Derart bekannt, dass seit 2001 sogar ein Teemuseum auf Jeju, unmittelbar an das Seogwang Teefeld eröffnet hat, das jährlich mehr als 1,5 Mio Besucher zählt. Kurze Zeit später, im Jahre 2005 eröffnete auf der gegenüberliegenden Seite das Seogwang Tea Research Center, dass sich mit den wissenschaftlichen Aspekten des Teeanbaus und -genusses beschäftigt.

Schnell konnten sich die Tees aus Seogwang einen festen Platz in den Herzen der deutschen Grüntee-Trinker erobern. In den ersten Jahren nach Sortimentseinführung hatte TeeGschwendner regelmäßig keinen Tee mehr anzubieten, schlichtweg weil die Nachfrage nach dem Seogwang Sencha Nr. 591 und Seogwang Nr. 590 unerwartet hoch war und unser Lager restlos ausverkauft war!

Und wo liegt jetzt der Unterschied zwischen den Tees?

Unser Tee Nr. 590 Südkorea Seogwang wird nach der Ernte gedämpft und mehrfach gerollt. Zum Ende des Trocknungsvorgangs wird der Tee leicht geröstet, was ihm einen intensiv aromatischen Charakter verleiht.

Südkorea Seogwang Sencha Nr. 591 hingegen wird ganz typisch japanisch verarbeitet. Er wird ausschließlich gedämpft und in die Sencha-typische Nadelform gebracht. Er schmeckt grasig-grün und hat viel umami (Wohlgeschmack).

Zu guter Letzt – im Wahrsten Sinne des Wortes – wird im Sommer der Everyday Sencha Nr. 589 geerntet. Hierbei handelt es sich um die zweite Pflückung, die mehr Sonne abbekommen hat und dadurch etwas kräftiger wird. Ein idealer Begleiter durch den ganzen Tag.

Über den Autor: Daniel Mack

Daniel Mack, Tea Taster. Seit gut 10 Jahren arbeitet Daniel Mack bereits im Teehandel und ist bei TeeGschwendner verantwortlich für den Einkauf asiatischer Tees, z.B. aus China, Japan oder Vietnam.

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  • Toller Bericht! Vielen Dank Herr Macke! Darf man fragen wieviel Ha dort angebaut werden?

  • Hallo Perko, vielen Dank für deinen Kommentar! In Seogwang werden ca. 70 ha Tee angebaut.

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