Myanmar – Hintergrundinfos zur Flüchtlingskrise

Die aktuelle Flüchtlingskrise der Rohingya Volksgruppe im Westen Myanmars steht am Ende einer langen konflikt- und leidensreichen Geschichte. Nun beginnt in Den Haag ein Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof gegen das Land, dem Völkermord vorgeworfen wird.

Das gesamte Konfliktareal ist geografisch und ethnisch weit entfernt von unserem Tee-Projekt, das wir gemeinsam mit der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH realisiert haben. Dieses befindet sich viel weiter im Osten des Landes (siehe Karte) und die dort ansässigen Gruppen der Shan, Bamar, Karen und Wa halten sich aus den Konflikten heraus. Die Bevölkerung im Shan State, wo unser Projekt angesiedelt ist, teilt sich in Buddhisten, Muslime, Hinduisten, aber auch Animisten. Es herrscht größtenteils friedliches Miteinander.

Die heutige Krise wurzelt in der Unabhängigkeit Birmas im Jahre 1948. Schon damals gliederte sich das große Land (doppelt so groß, wie Deutschland) in multiple offizielle Ethnien, die alle ihre eigene Kultur mit sich brachten. Wie in anderen Vielvölkerstaaten (z.B. Indien) führen kulturelle und religiöse Differenzen in der Regel zu Konflikten und nicht wenige auch zu Vertreibungen.

Seit 1982 gelten gesetzlich 135 einheimische Bevölkerungsgruppen als anerkannte Ethnien und besitzen den Anspruch auf die offizielle Staatsbürgerschaft. Die muslimische Minderheit der Rohingya aus dem westlichen Rakhine State fällt nicht darunter.

Im Juni 2012 gab es erste ethnische Unruhen im Rakhine State, die bis zur Eskalation im August 2017 immer weiter vor sich hinschwelten und mal mehr, mal weniger stark ausgetragen wurden. Am 25.08.2017 griff die separatistisch-islamistische Gruppe ARSA (Arakan Rohingya Salvation Army, „Rebellengruppe der Rohingya Myanmar“) mehrere Ziele in ganz Myanmar an und tötete mehrere Polizisten bei den Angriffen. Das Militär reagierte daraufhin mit großangelegten Gegenangriffen im Rakhine State, die bewaffneten Auseinandersetzungen dauern bis heute an.

Ausgehend von dieser Gewalt entfachte sich der heute bekannte „Rohingya-Konflikt“, der im ganzen Land Menschen gegen die Minderheit aufbegehren ließ. Infolgedessen flohen viele Tausend Menschen in benachbarte Gebiete und auch über die Grenze nach Bangladesch.

Es wird intensiv nach einer Lösung gesucht. Die de facto Regierungschefin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist mit ihrem Amtsantritt bereits in eine emotional aufgeladene Konfliktsituation gekommen, die sich nicht mit wenigen Worten schlichten lässt. Die Verhandlungen dauern an, es ist davon auszugehen, dass noch einige Gespräche nötig sind, bis eine beidseitig anerkannte Einigung erreicht ist.

Über den Autor: Daniel Mack

Daniel Mack, Tea Taster. Seit gut 10 Jahren arbeitet Daniel Mack bereits im Teehandel und ist bei TeeGschwendner verantwortlich für den Einkauf asiatischer Tees, z.B. aus China, Japan oder Vietnam.

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