Kräuterreise nach Armenien

Hand aufs Herz – wer weiß eigentlich wo Armenien liegt? Obwohl Armenien eine über 2000-jährige Geschichte hinter sich hat, ist dieses Land für viele schwer zu verorten.

Armenien mit seinen rund 3 Mio. Einwohnern hat eine bewegte Geschichte hinter sich und liegt an der Grenze nördlich der Türkei und dem Iran und südlich von Georgien. Das Land ist von der Fläche in etwa so groß wie Belgien, fällt jedoch landschaftlich viel differenzierter aus. Die Landschaft ist geprägt durch viele Gebirge, was man an der mittleren von Höhe 1800 m ablesen kann.

Entsprechend vielseitig ist auch die Szenerie: karge Felsen, Wiesenflächen und Wälder wechseln sich gefühlt alle paar 100 Meter ab und man ist gewillt überall anzuhalten, um die Eindrücke auf Fotos zu verewigen.

Die Vielfalt der armenischen Kräuter

Welchen Stellenwert Kräuter in Armenien haben, kann man an der Esskultur des Landes ablesen. Neben Lavash, dem traditionellen Fladenbrot, gehört zu jeder Speise auch ein Teller mit frischen Kräutern wie Basilikum, Estragon und Koriander.

Neben zahlreichen Bodenschätzen und Mineralien wie Onyx, Obsidian und Mondstein ist Armenien daher bekannt für seine optimalen Bedingungen für Kräuter. Um ätherische Öle auszubilden, benötigen Kräuter viel Sonnenlicht und dieses bekommen sie in Armenien reichlich, da es im Sommer nur selten regnet und in den natürlichen Wachstumsgebieten keine schattenwerfenden Bäume stehen. Ideale Bedingungen finden Kräuter wie Thymian, Minze auf Oregano etwa auf 2000 m Höhe fernab von jeglicher Industrie und weit weg von Dörfern und Städten.

Wildkräuter aus luftigen Höhen

Die Reise in die Sammelgebiete ist beschwerlich und die Straßen sind kaum ausgebaut. Nicht selten kommt man nur in Schritttempo vorwärts und der Jeep muss auf Vierradantrieb umstellen, um voranzukommen.

Während von Juni bis August die Sonne für extrem heiße Tage in der Hauptstadt sorgt, sieht es oben auf den Bergen ganz anders aus. Auf den Spitzen ist sogar Schnee zu erkennen.

Eingebettet in stille Landschaften wachsen viele Kräuter bei deutlich milderen Temperaturen vor sich hin. Kundige Sammler wissen genau, wo welche Kräuter wachsen. Die Minze findet man in der Nähe eines Gebirgsbachs, Thymian hingegen wächst offen auf Wiesen - mehr Bio geht nicht.

Nach dem Pflücken werden die Kräuter zum Trocknen in die umliegenden Dörfer gebracht. Aus diesen Kräutern stellen Apotheker und armenische Teehändler wohltuende Kräutermischungen her. Und demnächst vielleicht auch TeeGschwendner. Aber mehr wird zu diesem Zeitpunkt nicht verraten!

Über den Autor: Lukas Parobij

Lukas Parobij, Tee-Einkauf und Produktentwicklung. Im Studium widmete er sich der japanischenTeekultur und arbeitete anschließend bei einem japanischen Teehersteller. Da sich die Leidenschaft für die große Welt des Tees nicht für immer zügeln ließ, führte ihn sein Weg ins TeeGschwendner-Team.

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