Darjeeling – Auswirkungen der Unruhen in den Teegärten

Seit geraumer Zeit erreichen uns beunruhigende Neuigkeiten aus dem Himalaya. Bereits seit Anfang Juni gibt es in Darjeeling politische Unruhen, die auch schon in der Vergangenheit immer wieder kurz aufgeflammt waren. Jedoch halten die Unruhen und Blockaden in diesem Jahr außergewöhnlich lange an, was in jedem Fall zu einer bedeutenden Beeinträchtigung des Teehandels führen wird. Seit dem 17.06.2017 befindet sich Darjeeling in einem Generalstreik, das Pflücken und Verarbeiten wurde entsprechend eingestellt.

Hintergründe und aktuelle Situation

Auslöser der Unruhen war die Regierungsentscheidung, im Bundesstaat Westbengalen „Bengali" als Schulsprache einzuführen. Die Mehrheit der Bevölkerung Darjeelings spricht jedoch Nepali, da es sich ethnisch um die Bevölkerungsgruppe der Gorkhas handelt. Diese fordern bereits seit vielen Jahren einen eigenen, unabhängigen Staat („Gorkhaland"), was bislang seitens der Regierung immer wieder abgelehnt wurde.

Im aktuellen Fall bedeutet der Streik, dass die Teepflanzen in den Gärten seit Anfang Juni nicht bewirtschaftet werden, was zu starkem Wuchs, mitunter schon Verwilderung der Pflanzen, geführt hat. Der wichtige Pflückzyklus wurde unterbrochen und die mittelfristigen Folgen – auch für den First Flush 2018 – sind noch nicht abzuschätzen. Mehrere Krisensitzungen der Beteiligten und der Regierung verliefen bisher ergebnislos, sodass noch kein finales Urteil und Ende der Krise abzusehen ist.

Ausblick

Von dieser kritischen Situation sind alle Teehändler weltweit betroffen; vor allem aber natürlich die Teegärten und deren Angestellte, die mit Lohn- und Ernteausfällen zu kämpfen haben. Wir stehen in engem Kontakt zu unseren Partnern vor Ort, die uns über die aktuellen Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

Da wir bereits vor einiger Zeit angefangen haben, unser Sortiment stärker auf Nepal auszurichten, sind wir trotzdem in der Lage, auch in diesem Jahr hochwertige Second Flushs anzubieten. Unsere Projektregion in Ilam und unsere anderen Lieferanten in Nepal sind bisher nicht von der Krise in Darjeeling betroffen. Für 2018 ist mit deutlichen Einbußen im Darjeeling First Flush zu rechnen, wir werden uns bemühen, diese durch die ausgezeichneten Qualitäten aus Nepal und anderen Teeregionen auszugleichen. Natürlich halten wir Sie weiter auf dem Laufenden!

Das ARD-Magazin "Weltspiegel" berichtete am 10.09.2017 über die Krise in Darjeeling: zum Video

 

Über den Autor: Jonathan Gschwendner

Jonathan Gschwendner, Tea Taster. Er bildet die 2. Generation im Familienunternehmen und ist bereits seit 10 Jahren als Tea Taster tätig. Seine Schwerpunkte sind der Tee-Einkauf und die Sortimentsentwicklung klassischer Tees.

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  • Vielen Dank für die Aufklärung! Ich bin sowieso schon ein totaler Fan von "Aktion Nepal".

  • Ich finde den Nepal-Tee wirklich wunderbar, aber für meinen Geschmack ist er allein Ersatz für den first-flush, aber niemals für den second-flush Darjeeling. Sorry, liebes Tee-Gschwwnder Team, Ihr habt tolle Tees und ich kaufe/bestelle gerne bei Euch. Aber einen guten second-flush werde ich dann sehr preisgünsrig bei der Teekampagne bestellen.

  • Habe heute noch guten second-flush Darjeeling bestellt. Die Ernte ist von 2016, aber von toller Qualität.

  • Darjeeling hat eh in den letzten Jahren merklich an Qualität verloren, und das bei immer weiter steigenden Preisen. Ist also gar nicht schade um die Tees.
    Die Nepal Tees sind für mich ohnehin die bessere Alternative.
    Vielleicht nutzen die Verantwortlichen in Darjeeling das Ganze wenigstens zu einem Neuanfang.

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