Meine Teewelt erschüttert: Südindien Glendale Finest Jasmine

„Jasmintee – der Inbegriff von chinesischer Alltagsteekultur“ dachte ich bis vor Kurzem. Okay, auch Vietnam hat die Tradition übernommen (wenn nicht sogar weiterentwickelt) Blütenduft auf Teeblätter übergehen zu lassen. Doch viele Teetrinker kennen doch sicher das Phänomen: man bestellt im Chinarestaurant zum Essen einfach „Tee“ und dann bekommt man einen Jasmintee serviert. Im Restaurant gibt es so viele Eindrücke für Gaumen und Nase … da kommt der Tee oft nur unter „ferner liefen“, daher wird einem dort meist auch kein Genuss serviert.

„Jasmintee – schmeckt mir einfach nicht“ dachte ich bis vor Kurzem. Vielleicht geprägt durch die typischen Enttäuschungen in Chinarestaurants hatten Jasmintees es bisher bei mir seeehr schwer. Wenn man mir einen Jasmintee eingoss, betrachtete ich es fast als persönlichen Affront…

… bis vor Kurzem.

 Was ist denn vor Kurzem passiert? Ich habe pflichtschuldig für eine Schulung auch eine Kanne des südindischen Jasmintees aus dem Garten Glendale aufgegossen. Als ich den Tee probierte, konnte ich es kaum glauben. Hatte da jemand den Tee vertauscht?!? Nein, tatsächlich hatte ich da Jasmintee in der Tasse, aber wie kann das denn sein: er schmeckte mir richtig gut?!

Manchmal passiert das: man fährt in seiner eingefahren Spur, alles ist so wohlig bekannt und vertraut und plötzlich – ZACK – geschieht irgendetwas und man merkt, wie schön es auch auf neuen Wegen sein kann. Vielleicht ist es so ähnlich auch dem Tea Maker des Teegartens Glendale ergangen. Warum nicht einmal im tiefen Süden Indiens ein chinesisches Verfahren testen? Ein ganz wichtiges Exportprodukt Südindiens sind frische Blumen … ein Klima, in dem auch Jasmin bestens gedeiht. Also wurde mal fleißig getestet und das Ergebnis überzeugte!

Florale Noten gepaart mit intensivem Umami-Geschmack

Neben der duftig-blumigen Süße des Jasmins besticht dieser Tee durch einen verblüffenden Umami-Geschmack des Grüntees. Eine für mich sehr erfreuliche Überraschung, dass sich die Grünteenote nicht nur neben dem Jasminduft behaupten kann, sondern dass da auch noch so eine vollmundige Süffigkeit in der Tasse ist. Es lohnt sich bei der Zubereitung, genau auf die Wassertemperatur zu achten: so kommt die Grünteekomponente am besten zur Geltung.

Sie sind schon Jasmintee-Fan? Dann probieren Sie doch mal, ob dieser Tee nicht für Sie die Tür zu den puren Grüntees öffnet.

Sie mochten bislang keine Jasmintees? Dieser Tee hat außer mir auch schon mehrere Kollegen überzeugt. Probieren Sie, was Tee hinter dem bisherigen Tassenhorizont zu bieten hat. Es lohnt sich!

Über den Autor: Gero Hartwig

Gero Hartwig, Tee-Sommelier und Japan-Experte. Schon in frühen Jahren zog es ihn in die weite, unergründlich scheinende Welt des Tees. Ihr ist er bis heute treu geblieben und gibt sein umfangreiches Fachwissen besonders gerne in Teeseminaren wortgewandt mit stets humorvollem Unterton weiter.

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