Mate – Das Grüne Gold der Indios

Mate Einführung

Vielleicht liegt im Koffein das Geheimnis des Erfolgs der beiden bekanntesten Heißgetränke der Welt: Tee und Kaffee. Doch das müdigkeitsvertreibende Koffein kommt auch in einer Reihe anderer Pflanzen vor, zum Beispiel in Mate. Wobei Mate eigentlich nicht ganz zutreffend ist, denn dieses Wort beschreibt nur das Zubereitungs- und Trinkgefäß, welches aus einem Flaschenkürbis hergestellt wird. In Südamerika spricht man deswegen häufig von Yerba-Mate, da sich das Wort Yerba von „hierba“ – Kraut bzw. Heilkraut ableitet. Doch weil es sich in Deutschland schon so eingebürgert hat, bleiben wir einfachheitshalber bei Mate.

Mate kann frei wachsend zu einem 15 m hohen Baum verholzen. Es liebt die subtropische Hitze kombiniert mit viel Regen und ist deswegen in Paraguay, Brasilien und Argentinien heimisch. Doch wie lange nutzt man die Pflanze eigentlich schon?

Geschichte

Wann die Ureinwohner Lateinamerikas anfingen Mate zu nutzen, ist unklar. Doch das koffeinhaltige Getränk stieß im 16. Jahrhundert auf das Interesse der Spanier und es waren die Jesuiten im heutigen Paraguay, die den Anbau großflächig betrieben und über viele Jahrzehnte ein Handelsmonopol errichteten. Sie mochten Mate so sehr, dass das daraus zubereitete Heißgetränk sogar „Jesuitentee“ genannt wurde. Später wurde Mate dann auch in Europa bekannt.

Besonders Matebrausen sind heutzutage stark im Trend, bekannt waren sie aber bereits vor fast 100 Jahren: schon 1924 kam die Brause „Sekt-Bronte“ auf den deutschen Markt, fristete allerdings lange Zeit nur ein Dasein als Nischenprodukt. In den 1950ern wurde die Brause umbenannt, doch erst um die Jahrtausendwende herum wurde das Getränk als „Club-Mate“ zunächst vor allem in der IT-Szene und danach auch unter Studenten so populär, dass endlich der nationale Durchbruch gelang.

Und bei TeeGschwendner? Natürlich haben auch wir echten Mate im Sortiment: bei unserem grünen Bio-Mate Nr. 1195 wird anstelle des klassischen Röstens ein alternatives Trocknungsverfahren genutzt, so dass der fertige Mate-Tee weniger rauchig und insgesamt etwas milder ausfällt. Ein sehr bekömmlicher Teegenuss für alle Mate-Fans! Wer es etwas intensiver mag und einen richtigen Koffein-Kick sucht, wird unseren Sencha Schlaflos Nr. 979 mögen: eine würzige Bio-Grünteemischung mit anregender Mate und Guarana. Auch in unserem Trendtee-Sortiment experimentieren wir gerne einmal mit Mate, so zuletzt bei der Kräuter-Früchtemischung Mate-Himbeer Nr. 1628. Für diesen Sommer haben wir eine neue Mate-Kreation mit Zitrone und Ingwer vorbereitet, die sicherlich auch als Eistee überzeugen kann.

Herstellung

Geerntet werden die Äste samt Blättern in der Regel alle zwei Jahre zwischen Mai und September. In diesem Zeitraum herrscht in Südamerika milder Winter. Die Blätter werden dann kurz erhitzt und danach schonend getrocknet, damit das feine Aroma erhalten bleibt. Dies passiert auf modernsten Anlagen, so dass kein Rauch an das Blattgut gerät. Danach ist der Mate grundsätzlich fertig und kann nach dem Schnitt und der Sortierung direkt verkauft werden. Für TeeGschwendner reift der Mate noch zusätzlich mindestens 12 Monate, damit sich ein komplexer Geschmack entwickelt.

Zubereitungsweisen

Da unser Grüner Mate Nr. 1195 einen milden Geschmack hat, empfehlen wir die Zubereitung mit kochendem Wasser bei 5-10 Minuten Ziehzeit. Wer es noch etwas milder mag, kann dabei ähnlich wie bei Grüntee mit Ziehzeit und Temperatur experimentieren. In Südamerika wird der Mate häufig mit etwas kühlerem Wasser um die 80°C zubereitet, das liegt aber auch an den üblicherweise höheren Dosierungen.

Wer sich wie ein Südamerikaner fühlen will, kommt um die authentischen Utensilien nicht herum. Die Bombilha ist eine Art metallischer Strohhalm, an dessen Ende ein Filter integriert ist. Diese taucht man in das Zubereitungsgefäß, die Kalebasse, die aus einem Flaschenkürbis hergestellt wird und in der die Blätter im Aufguss frei schwimmen können. Trinkt man den Mate nun über die Bombilha, hält der Filter am Boden die Blätter davon ab, eingesaugt zu werden. Bei der Dosierung empfehlen wir 11g Blätter auf 1 Liter Wasser als Ausgangspunkt. Dies ist aber nicht als fixe Angabe zu verstehen, denn je nach persönlichem Geschmack kann die Dosierung erhöht werden. In den Ursprungsländern trinkt man den Mate viel kräftiger als hierzulande.

Sollte man sich mit Südamerikanern in einer geselligen Mate-Runde wiederfinden, sollte man auf keinen Fall ablehnen, wenn das Trinkgefäß samt Bombilha zum Trinken gereicht wird. Dies gilt als unhöflich und ist daher ein absolutes „No-Go“.

Und wie schmeckt nun Mate? Das hängt von der verwendeten Sorte und Röstung ab. Unser Mate ist leicht herb, erdig sowie mild-würzig im Geschmack und erinnert entfernt an Kampfer. Aber Probieren geht bekanntlich über Studieren

Über den Autor: Lukas Parobij

Lukas Parobij, Tee-Einkauf und Produktentwicklung. Im Studium widmete er sich der japanischenTeekultur und arbeitete anschließend bei einem japanischen Teehersteller. Da sich die Leidenschaft für die große Welt des Tees nicht für immer zügeln ließ, führte ihn sein Weg ins TeeGschwendner-Team.

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  • Freut mich, mal nicht nur von Mate in Erfrischungsgetränken zu hören. Allerdings kann man sich unter der Erklärung zur traditionellen Zubereitung mit Calabaza und Bombilla (spanische Schreibweise) nicht viel vorstellen, wenn man das nicht sowieso schon kennt. Das Prinzip des Auftürmens und das heilige Gebot, dass nur der Inhaber des Gefäßes die Bombilla mit den Händen berühren darf (bloß nicht rühren, es ist keine Suppe!) sind essenziell, ebenso wie weitere Kniffe: Staub abklopfen, erstes Quellen mit kaltem Wasser, etc.
    Anhand eines Videos kann man sich auch einen besseren ersten Eindruck verschaffen: https://www.youtube.com/watch?v=sOmJu-gBntg

  • Wie bei Tee allgemein auch, gibt es auch bei Mate je nach Region und Kulturkreis abweichende Zubereitungspraktiken. Es gibt daher kein „falsch“, sondern eine Vielfalt an „richtig“.

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